ich trage, was ich will - die befreiung vom konsumzwang

was ist für dich freiheit? ein voll gestopfter kleiderschrank und die möglichkeit, dir jederzeit hübsche neue sachen nach der letzten mode zu kaufen?

oder ein schrank, in dem noch platz ist, weil dort nicht so viele, dafür aber ausnahmslos lieblingsteile hängen: kleidungsstücke wie treue freunde, zu denen du einen inneren bezug hast, weil sie dich schon ein halbes leben lang begleiten?

durch konsumfreies leben verschaffst du dir einen größeren entscheidungsradius und mehr selbstbestimmung in deinem kleidungsstil. gleichzeitig ist es eine der wirkungsvollsten möglichkeiten, dich zukunftsfähig und nachhaltig gut zu kleiden.

denn die eigene garderobe liebevoll zu pflegen, jedes einzelne teil möglichst lange zu tragen und nur das nötige neu zu kaufen, ist viel effektiver, als ungehemmtes shoppen von fair trade klamotten.

 

im ersten moment klingt das vielleicht nach eintönigkeit, einschränkung und verzicht ...

...und konsumverzicht  heisst tatsächlich auch der neue trend, bei dem bewusst auf das exzessive anhäufen von besitz verzichtet wird, um raum zu schaffen für das wesentliche. noch passender finde ich jedoch die beschreibung konsumfrei leben - denn sie drückt aus, dass es gar nicht darum geht, auf etwas zu verzichten, sondern im gegenteil darum, sich von etwas zu befreien. solange du konventionell konsumierst, bist du immer abhängig : von einem ausreichenden einkommen, welches dir den konsum erst erlaubt, und vom angebot auf dem markt, das dir vorgibt, was du gut zu finden hast.

gerade im bereich der mode ist manchmal augenfällig, wie wenig das, was es in den warenhäusern zu kaufen gibt, mit dir zu tun hat. vielleicht magst du lange hosen mit breitem bund und weitem bein - weil sie dir gut stehen und weil du dich wohl darin fühlst. wenn aber grade hüfthosen mit karottenschnitt modern sind, wird es dir schwer fallen, etwas für dich passendes zu finden. du bist dann gezwungen, dich dem aktuellen angebot zu unterwerfen - auch wenn es zu deiner realität überhaupt nicht passt.

wenn du ein konsumbefreites leben führst, bestimmst du selber, was für dich gut und richtig ist

zu den gütern, die du für deine zufriedenheit brauchst, hast du dann einen direkteren bezug, als wenn du sie im warenhaus kaufst. und wie funktioniert das nun? das ist ganz einfach! hier einige anregungen für eine lustvolle, konsumkbefreite art, sich zu kleiden:


tauschen und teilen

du hast zu viele t-shirts im schrank, die du nie trägst? aber vernünftige hosen fehlen dir? dann kannst du deine sachen tauschen: entweder ganz unkompliziert unter freunden und freundinnen - oder du besuchst oder organisierst eine tauschparty. das prinzip: jeder bringt seine schrankhüter mit und sucht sich von den mitgebrachten sachen der anderen partygäste etwas "neues" aus.

du brauchst für einen einmaligen anlass ein bestimmtes teil? ein abendkleid für den abiball? wanderschuhe für die bergtour? anstatt dir für viel geld etwas neu zu kaufen, um es dann nur einmal zu benutzen, kannst du dir auch was passendes aus dem freundeskreis leihen.

  • umweltplus: es muss nichts neu angeschafft und nichts entsorgt werden.
  • spassfaktor: du triffts freunde und vertiefst eure verbindung
  • konsumfrei bonus: das ganze kost nix, dafür hat jedes teil eine geschichte und erinnert dich an eine freundin oder einen freund

 spannende adressen:


reduzieren - die capsule wardrobe

eine überschaubare garderobe - neudeutsch capsule wardrobe - ist etwas wunderbares: statt einem überfordernden berg an wäsche hast du eine handvoll lieblingsteile im schrank, die du nach dem prinzip der optimalen kombinierbarkeit ausgewählt hast. ein paar universal einsetzbare basics und einige wenige eyecatcher, immer wieder neu zusammen gestellt, machen es dir leicht, ohne langes wühlen im schrank jeden tag dein perfektes wohlfühl-outfit zu generieren.

  • umweltplus: du hast weniger durchlauf an klamotten: das schont die ressourcen und verringert das entsorgungsproblem
  • spaßfaktor: du trägst nur noch deine absoluten lieblingsteile und bist eins mit deiner garderobe
  • konsumfrei - bonus: ärgerliche frustkäufe von kurzlebiger billigkleidung gehören der vergangenheit an. du machst dich unabhängig von modediktaten und zelebrierst deinen eigenen stil.

spannende adressen:


selber machen, reparieren, upcyceln (lassen):

leicht beschädigte klamotten kannst du, anstatt sie zu entsorgen, einfach selber reparieren. teile, die dir nicht mehr gefallen, können mit ein paar  handgriffen so verändert werden, dass sie wieder mehr her machen ( zum beispiel aus einer langen hose eine kurze machen, in dem du einfach die beine abschneidest). für gestaltungsfreudige: selber nähen lässt sich lernen, und wenn du es erstmal kannst, sind deiner schaffenskraft keine grenzen gesetzt! ein rock zum beispiel ist einfach und schnell gemacht...

wer sich selber nicht ran traut, kann sich unterstützung holen (es gibt viele gute nähkurse) oder natürlich die sachen zur schneiderin bringen

  • umweltplus: kaputte und abgelegte kleidung muss nicht entsorgt werden, sondern lebt weiter +++ selbstgemachte kleidungsstücke entstehen unter garantiert fairen bedingungen
  • spassfaktor: selber machen bringt freude
  • konsumfrei bonus: maximale gestalterische freiheit und modische selbstbestimmung! +++ reparieren schont das portemonnee

spannende adressen:


gebraucht kaufen

wenn du ein bestimmtes teil in deinem schrank vermisst, musst du nicht unbedingt ins kaufhaus laufen. du kannst es auch gebraucht kaufen, auf dem flohmarkt, im internet oder in einem second hand shop. hier gibt es eine unzahl an möglichkeiten!

  • umweltplus: was du gebraucht kaufst, rettest du vor der entsorgung +++ was du gebraucht kaufst, kaufst du nicht neu - das heisst, du unterstützt damit keine etwaigen unethischen machenschaften konventioneller modehersteller
  • spassfaktor: für jägerinnen und sammler auf der suche nach ausgefallenen unikaten sind flohmärkte und second hand läden die perfekten jagdgründe!
  • konsumfrei  bonus: gebraucht kost weniger als neu +++ auf dem second hand klamotten markt ist die bandbreite an unterschiedlichen styles und modeerscheinungen viel grösser als auf dem konventionellen erste hand markt. die chance, etwas zu finden, was auch wirklich zu dir passt, steigt daher an

spannende adressen:


nachhaltig kaufen

sind alle anderen möglichkeiten ausgeschöpft, und du brauchst wirklich einmal ein neues teil, dann kauf es dir da, wo du sicher sein kannst, dass es auch wirklich auf faire und umweltfreundliche art und weise entstanden ist: am besten in einem kleinen, inhabergeführten laden, der sich auf faire kleidung spezialisiert hat.

  • umweltplus: du unterstützt die ökofaire klamotten produktion
  • spassfaktor: du trittst in kontakt mit der welt der modeschaffenden und lässt dich davon inspirieren - oder inspirierst deinerseits die modemacher
  • konsumfrei  bonus: wirklich fair produzierte  kleidung kostet zwar etwas mehr als konventionelle ware von der stange. allerdings ist sie oft auch von besserer qualität und mehr auf langlebigkeit ausgerichtet. du wirst also lange und besondere freuide daran haben.

spannende adressen:


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